Es ist Sonntag und Zeit für den zweiten Gastbeitrag, den ich euch unbedingt und wahnsinnig gerne zeigen möchte. Jessica Grosser hat sich Gedanken über das Leben gemacht. Die Abenteuer, die es mit sich bringt, die Emotionen, die jeder einzelne von uns fühlt – Höhen und Tiefen. Und den Hunger, den wir auf Abenteuer und Emotionen haben. Aber ist es so, dass wir in jungen Jahren hungriger sind?

Das Leben macht einen hungrig auf Abenteuer, Träume und Emotionen

Als ich noch jünger war, gab es tagtäglich diese Momente, in denen ich dachte, die Welt würde untergehen. Ob es um Peinlichkeiten in der Schule, Stress mit den Eltern oder die Abweisung der ersten großen Liebe ging. Alles zerstörte mich vollkommen, woraufhin ich mich aber immer wieder erholte – um direkt in die nächste Katastrophe zu rennen. Die Tiefen kamen so schnell, wie sie gingen. Manch einer mag jetzt behaupten, dass diese Gefühle von den Hormonen herrühren. Das mag durchaus sein, denn mit der Pubertät endeten auch langsam diese Tiefflüge. Doch ich glaube, dass das nicht alles ist.

Gefühle sind irrational und folgen nicht den Regeln der Logik. Ich glaube einfach, dass wir in den Jahren zwischen Kindheit und Erwachsensein hungriger waren, als wir es jetzt sind. Hungriger nach Abenteuern, nach neuen Gefühlen und Erfahrungen, hungriger nach der Liebe, dem Hass, der Angst. Denn so tief die Tiefflüge jener Zeit waren, so hoch waren auch ihre Höhenflüge. Die erste Beziehung lässt dich über den höchsten Wolken fliegen und der erste Liebeskummer dich in das tiefste Loch fallen. Alles war intensiver, aber auch kurzlebiger. Im Rückblick wirkt es, als würde alles durch einen Zeitraffer betrachtet werden.

Ich behaupte nicht, dass es im späteren Leben keine Höhen und Tiefen gibt. Doch sie fühlen sich anders an. Nicht jede Kleinigkeit findet mehr Beachtung. Die emotionalen Phasen halten wesentlich länger an. Die Beziehungen werden langlebiger, aber der Schmerz der Abweisung bleibt einem ebenfalls länger erhalten. Ich glaube, dass wir mit dem Erwachsenwerden einen großen Teil unseres Hungers verlieren. Wir gewöhnen uns schneller an den Alltag, akzeptieren ihn sogar. Eine endlose Schleife gleicher Tage. Die gab es früher nicht. Jeder Tag war anders, bot ein anderes Drama oder Abenteuer.

Viele Leute mögen jetzt vielleicht sagen, dass es gut so ist. Und auch wenn es Vorteile hat, nicht jeden Tag mit einem Herzen voller Aufregung ins Bett zu gehen, kann ich ihnen nicht zustimmen. Es gibt auch heute noch Momente, in denen der Hunger aus jener Zeit wieder erwacht. Eine neue Liebe. Das Traumauto, mit dem wir schon immer über die Straßen rasen wollten. Eine fremde Kultur, die uns unser Leben lang fasziniert hat. Der Hunger nach Neuem ist nie gänzlich gesättigt. Und das ist auch gut so. Vielleicht sollten wir sogar versuchen Appetit auf etwas Neues zu bekommen. Denn das Leben hat so viele Menüs zu bieten, die man nicht verpassen sollte.


Der Text von Jessica hat mich darüber nachdenken lassen, wie ich meine erste Liebe und meine jetzige Liebe am Anfang erfahren habe. Wie meine Tage damals und heute aussehen. Es ist schon erstaunlich was sich alles verändert, aber woran das liegt, kann ich bei bestem Willen nicht sagen. Das mit dem Hunger ist jedoch eine sehr interessante Sichtweise. :)

Wer ebenfalls möchte, dass seine Texte veröffentlicht werden, darf einmal hier reinschauen und mir dann sehr gerne eine Mail schicken! :)

Feder

 

Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Google+Share on RedditShare on Facebook

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.