[Rezension] Die Stadt der Träumenden Bücher

[Rezension] Die Stadt der Träumenden Bücher

Das heutige Thema „Lieblingsbuch“ meiner Instagram-Challenge für diesen Monat nehme ich zum Anlass, um euch auch hier mein Lieblingsbuch inklusive Rezension vorzustellen. Grundsätzlich verschlinge ich ziemlich viel Fantasy, komme allerdings durch mein Studium kaum dazu zu lesen.
Das beschränkt sich also ausschließlich auf meine Semesterferien, aber dann sehr exzessiv. In meinen ersten Semesterferien habe ich doch glatt 13 Bücher mit je 400 Seiten aufwärts gelesen… ich vermisse es schon, muss ich sagen.

Ich liebe Fantasy so sehr, weil man dort einfach in andere Welten fliehen kann und die Welt hier mal einfach Welt sein lassen kann.

Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers

Klappentext

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!

22. Buch b

Bis Hildegunst von Mythenmetz endlich in der Stadt der träumenden Bücher ankommt, ist es ein weiter Weg – Buchheim. Die Lindwurmfeste, wo Lindwurmer wie Hildegunst herkommen, liegen schließlich recht abgeschieden. Lindwürmer sind lieber unter sich und verlassen ihre Heimat eigentlich nicht. Hildegunst ist eine von wenigen Ausnahmen. Er möchte dem Rätsel des Manuskriptes auf den Grund gehen, eine Aufgabe, die ihn von seiner Heimat forttreibt. Dieses wurde ihm von seinem Dichtpaten auf dem Sterbebett überreicht. Es ist so herausragend, dass er wie trunken war, als er es gelesen hat.

Hier beginnt eine weite Reise, nicht nur nach Buchheim, um herauszufinden, wo dieses überragende Manuskript herkommt, sondern viel weiter. Die Geschichte über Hildegunst und die Stadt der träumenden Bücher ist eine Geschichte über Buchheim und seine Vielzahl von Kreaturen und Lebewesen, wie Bücherjägern, Haifischmaden, Buchlingen oder Schrecksen: manche gutmütig und hilfsbereit, einige skurril und merkwürdig, andere bösartig und angsteinflößend. Zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, ist hier nicht die schwierigste Aufgabe, der Hildegunst sich stellen muss. Mehr als einmal kommt er gerade so mit seinem Leben davon. Die Reise führt ihn in die Katakomben von Buchheim, tief unter die Stadt. Seine Reise erzählt von Legenden und Mysterien, von der Suche nach dem Orm… und dem Schattenkönig.

„In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten, als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist’s, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt
Getürmt aus Buch auf Buch
Verlassen und verflucht
Gesäumt von toten Fenstern
Bewohnt nur von Gespenster
Befallen von Getier
Aus Leder und Papier
Ein Ort aus Wahn und Schall
Genannt Schloss Schattenhall “

Auf 475 Seiten schafft es Walter Moers eine Spannung zu erzeugen, die einen dazu treibt, dieses Buch nicht aus der Hand zu legen. Er neigt dazu viele Dinge sehr detailliert zu beschreiben. Das mag für einige Leser ermüdend oder langweilig wirken. Für mich war es, als würde ich diese Reise mit Hildegunst gemeinsam machen. Fantastisch, im Sinne des Wortes, sind die vielen Kreaturen und Lebensformen, die es nun einmal bei keinem anderen Autoren gibt. Die zahlreichen Illustrationen zwischendurch helfen dem Leser, sich diese besser vorzustellen und verdeutlichen die Szenen sehr gut. Die Illustrationen sind übrigens vom Autor selbst gezeichnet. Auch die Details der Geschichte zeugen von einer Kreativität, die ich selten bei Büchern erfahre. So vieles gibt es zu entdecken, vom Trompaunenkonzert bis zum Bienenbrot (mit echten Bienen). Ganz besonders bedient Moers sich des Werkzeugs der Anagrammerstellung für Namen verschiedenster Figuren seiner Romane. Vielleicht wisst ihr ja, wer sich hinter Perla La Gadeon oder Ojahnn Golgo van Fontheweg verbirgt? ;)

Buchlinge_der_Ledernen_GrotteDa dies nun einmal mein Lieblingsbuch ist und auch Walter Moers einer meiner Lieblingsautoren, fällt es mir nicht schwer positiv über seine Bücher zu schreiben. Gesagt sein sollte jedoch, dass sein Schreibstil eigenwillig ist. Mag man diesen nicht, mag man sicherlich auch die Geschichten nicht. Ich persönlich kann euch allerdings nur wärmstens ans Herz legen, ein Buch einmal anzulesen, um das herauszufinden. Gefällt es euch, seid ihr hoffnungslos verloren. Wie gut, dass dieses Buch noch zwei Fortsetzungen hat, also eine Trilogie ist und es noch einige andere, ebenfalls ganz fantastische Geschichten von Walter Moers gibt.

P.S. Wusstet ihr, dass Walter Moers der Erfinder von Käpt’n Blaubär ist? ;)

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